World Adventure Tour

2. Etappe

Mauretanien

Die ganze Woche war voll von Gegensätzen:
Das Wetter an einem Tag heiss und windstill, am nächsten Tag Sturm und Regen; das Meer türkisblau und glatt oder rauh, grau und gefaehrlich; wir beide in Harmonie und Liebe, doch unsere Freunde, die das Hotel führen, in Streit und Krach; Yves, der Petrolmanager, kann sich kaum vor Arbeit retten und Terminen, findet höchstens 3 Stunden Schlaf pro Nacht und wir leben fast zeitlos ohne Termindruck an unserem Beach.

Vor ein paar Tagen hat er uns zu der grossen Abschiedsparty der Ölkompanie eingeladen. Sie fand auf dem Gelände des Tennisclubs rund um den Swimmingpool statt. Die Bohrinsel zieht weiter nach Nigeria, denn die 75 Mio. Dollar sind verbraten und das heisst nächstes Jahr mit neuem Geld wiederkommen und weiterbohren.

In den Tiefen unserer Staufächer fanden wir unsere "feine Garderobe" - etwas zerknittert zwar, aber wir sahen prachtvoll aus. Mal nicht mit T-Shirt und Shorts. Der Chauffeur holte uns ab und wir fuhren erst zum Flughafen Yves holen. Bevor wir uns umsahen hatten wir schon ein Vollkorn-Sandwich und Saft vor uns stehen.

Um 20 Uhr dann es wurde grad so dunkel - liefen wir im Partygelände ein. Die Band spielte schon heisse senegalesische Rythmen. Es gab alles, was das Herz begehrt, selbst Alkohol, was ja hier normal verboten ist und selbst ich zischte ein Bierchen. Das Buffet war eröffnet, wir sassen mit den Chefkoch der Bohrinsel aus Italien, dem Chefkoch an Land und seinem Metzger beide aus Tunesien, zwei französischen Fremdenlegionären am Tisch und es war sehr lustig.

Salate aller Art erfreuten meinen Magen. Spiesschen, Filets, Koteletts, Würstchen freuten sich auf Heiners Magen. Es gab eine Lotterie zugunsten hungernder Kinder in Mauretanien und obwohl wir kein Los kauften, zogen wir den Hauptgewinn. Da steckte bestimmt Yves dahinter, der uns zwei äusserst geschmackvolle persönliche Dinge zukommen liess.

Wir tanzten mangels Platz am Schwimmbadrand entlang und bedienten uns am Kuchenbuffet. Es war äusserst interessant alle Leute des Ölprojekts zu sehen und teils kennenzulernen. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt und genossen es in vollen Zügen. Irgendwann nachts setzte uns der Chauffeur wieder "daheim" ab und wie krass der Gegensatz: die Nachtwächter sassen auf der Mauer und hatten nichts zu essen, denn Willi hatte sie vor lauter Streit mit seiner Freundin vergessen. Ich schmierte ihnen ein Brot mit Honig. Was für ein Rollentausch für uns: dort waren wir die, die jetzt die Nachtwächter sind - wir haben nichts im Vergleich zu den Ölchefs (geldmässig) und haben viel im Vergleich zu den Nachtwächtern bzw. den Menschen hier.

Cordi im Hubschrauber

 
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