World Adventure Tour

1. Etappe

Mauretanien

Hallo ihr lieben zuhause ! Heute gibt´s einen Auszug aus unserem gestrigen Tag, der ganz normal mit einem Besuch in unserem grossen "Swimmingpool" anfing.

Wir mussten uns dann schon etwas beeilen, denn Punkt 10 Uhr kam ein Toyota mit Chauffeur uns abholen. Heute war Waschtag, d.h. nach einem halben Jahr sahen unsere T-Shirts und Hosen und Handtücher mal wieder eine Waschmaschine. Der Chauffeur hatte die Klimaanlage eingeschaltet und so fuhren wir zu Yves - dies ist der Shellmanager, der uns auf die Bohrinsel im Helikopter mitgenommen hatte und fleissiger Tennisschüler bei Heiner ist.

Er wohnt für hiesige Verhältnisse in einer richtigen Villa, mit Pool, Garten, Hausboys (hier gibts keine Putzfrauen, nur Putzmänner) Mikrowelle, TV, 3 Bädern, einem vollen Kühlschrank mit Getränken aller Art - und eben einer Waschmaschine. Nachdem die 1.Fuhre drin war nahmen wir auf der Couch Platz, schalteten die 43 Fernsehprogramme durch und bekamen eine kalte Coke serviert - was für ein Leben in Afrika.

Als Kontrastprogramm zog ich meine Laufschuhe an und kaum war ich aus dem Tor heraus hatte mich das wirkliche Leben in Afrika wieder eingeholt: Sand, überall Müll, Esel, arme Menschen und völlig kaputte Autos.

Als ich zurückkam - Heiner genoss noch den Komfort der Couch und knabberte Salznüsschen aus dem Kühlschrank - hatte Yves schon angerufen um uns zum Flughafen (seinem Arbeitsplatz) zum Essen einzuladen - sie haben einen französischen Koch.

Wir stiegen also wieder in den schicken Toyota, wurden vor den Flughafen chauffiert und speisten dann fürstlich mit dem Chef der ganzen Ölkompanie persönlich.

Es gab ein Salatbüffet mit Käse, Nudeln und Fleisch, dann Früchte (Papaya, Mango, Kiwi, Apfel und Birnen), dazu Kugeleis und dann platzten wir fast. Man kannte uns schon: das sind die mit dem roten LkW, die durch Afrika wollen, er gibt dem Chef Tennisstunden und sie war auf Hawaii zum Ironman. Da viele Australier dort auch arbeiten, wechselten wir je nach Bedarf von der englischen Sprache auf französisch oder mischten einfach beides in einem Satz.

Inzwischen hat der Hausboy sich weiter um die nächsten 2 Waschfuhren gekümmert. Wir sprangen dann zur Verdauung erst einmal in den Pool und ruhten uns in den Liegestühlen aus.

Alles war gewaschen - einschliesslich uns und wir wurden zurück zu unserer Feuerwehr am Strand gebracht. Wir packten die Tasche um, denn gleich wurden wir wieder abgeholt, diesmal mit Yves und es ging zum Tennis.

Es ging schnell und schon waren die frischen Shirts wieder komplett durchgeschwitzt. Yves hatte gekühltes Wasser für uns dabei. Er wurde immer wieder durch sein Handy unterbrochen denn es gibt Probleme auf dem Rig - sie können das Rohr, das 1500 m. tief in den Meeresboden geht, nicht mehr lösen.

Es war inzwischen kurz vor 20 Uhr. Wir waren zurück an unserem Beach und es reichte grad noch für ein Schwimmerchen bevor es dunkel wurde. Moussa der Nachtwächter war schon da und fragte ob er etwas Tee und Zucker haben könne, denn er hat für den Monat Juli noch kein Geld bekommen und kann nichts kaufen.

Sie verdienen hier umgerechnet circa 100 DM pro Monat, und oft haben sie die Mark nicht für Tee und Zucker. So liessen wir den Tag ausklingen, aßen mit dem Nachtwächter draussen bei Vollmond und bekamen hautnah die andere Seite des Lebens mit, ganz Gegenteilig zu dem, was wir heute den Tag über erlebt hatten.

Diese Gegensätze, die krasser kaum sein könnten, das sind unbezahlbare Erfahrungen, die man nur macht, wenn man unterwegs
ist ...

 

Port de Pecheur Brotverkäufer Sonnenuntergang an unserem Strand Schiffswrack auf der »Route de Pecheur« Am Port de Pecheur

 
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