World Adventure Tour

12. Etappe

Die letzten km in Tanzania gingen durch die Berge, jeder cm war bepflanzt und es gab alles an Früchten was ihr euch nur denken könnt. Die Grenze zu Malawi lag viele Höhenmeter tiefer und es herrschten wieder afrikanische Höchsttemperaturen. Mit einem Schlag kamen wir uns um 100 Jahre zurückversetzt vor was die Lebensweise der Menschen betrifft: sie hausen in ärmlichsten Hütten, oft nur mit halbem Dach, die Kinder nackig und dreckverkrustet, statt Maisfeldern nur dichtes Dorngestrüpp. Überall hört man von Hungersnot und hier gibt es Wasser wie nirgendwo anders, denn der Malawisee ist gleich vor den Hütten, überall ist fruchtbarstes Schwemmland, doch ist es die Mentalität der Afrikaner, dass hier absolut nichts wächst, denn das ist natürlich mit Arbeit verbunden ...

Wir fuhren über 700 km auf feinster Teerstrasse den Malawisee entlang, alle paar km gab es Cocacola, meist lauwarm aus Kühlboxen und die Strasse war gesäumt von Schildern der Baptisten, Adventisten, Katholiken, Moslems, Zeugen Jehovas ... usw. Die Strasse wurde scheinbar einmal anlässlich eines Aufenthalts des Präsidenten gebaut ... es ist für uns die beste, seit wir durch Afrika rollen.

Wir bekamen hautnah die Spuren von Aids mit: bei einem Besuch einer 34-jährigen Frau mit 11 Kindern, doch ohne Mann, denn die sind alle gestorben. Schulen mit drastischem Lehrermangel, allein in diesem Jahr sind bisher 7000 Lehrer gestorben und das Niveau sinkt immer mehr. Ein Mann darf hier 5 Frauen haben, da freut sich der Virus auf rasche Ausbreitung. Die vielen, vielen Waisenkinder, deren Eltern gestorben sind und oft ziehen 10-jährige Mädchen ihre kleinen Geschwister gross ...

Doch trotz all den Hindergründen ist Malawi ein tolles Land mit einem gigantischen See, glasklar und mit all den Zierfischen wie ihr sie im Aquarium bewundern könnt. Fast jeden Tag lag ein Fisch bei uns auf dem Grill, meist hatten wir einen Platz genau am See, sodass wir morgens vom Bett in den See springen konnten. Malawi hat aber auch super Berglandschaft. 10 Tage wanderten wir auf einem Plateau umher und waren genau richtig zur Ernte der vielen, wilden Waldbeeren. Es gibt dort ein Loch von dem die Legende besagt, es ginge bis auf den Boden des Riftvalleys und diente als Begräbnisstätte.

Nach Malawi gings dann nach Sambia und dort genossen wir v.a das "wildlife". Es war ein preislicher Schock, denn Sambia ist ein sehr teures Land was wir nicht mehr gewöhnt waren. Im "South Luangwe Nationalpark" hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art: nachts hörten wir ein eigenartiges Geräusch und als wir aufschauten, kam gerade ein Elefantenrüssel durchs Fenster auf der Suche nach Leckereien. Er wurschtelte an unseren Füssen herum ... unbeschreiblich so ein Rüssel. Schliesslich fand er seine Lieblingsspeise-Kartoffeln, wobei er die Zwiebeln fein aussortierte.

Edi wollte sich im Luangwe-Fluss abkühlen, immerhin hatten wir 40 Grad - und er sprang gleich über 3 Krokodilrücken bevor er dann völlig verdutzt vor einem aufgerissenen Maul bellend stehenblieb und blitzartig umdrehte. Durch die vielen Kohle und Kupferminen ist die Haupstadt Lusaka eine sehr moderne Stadt mit allem, jedoch ohne Flair. Ausser dass wir einmal wieder Fast Food zu essen bekamen, konnte uns nichts an Lusaka reizen und wir beschlossen nach Zimbabwe auszureisen.

Zimbabwe nun ist anders als alles was wir bisher gesehen haben. Die Berge sind wie in der Schweiz, die Städte wie in Europa, es ist so grün alles und überall Flüsse und Seen. Unser erster Stop war Kariba, dort waren wir Gäste bei vertriebenen Farmern , die sich nun am Karibasee eine Krokodilfarm aufbauen wollen. Es ist unbeschreiblich, was mit den weissen Farmern hier passiert, oft haben sie nur eine halbe Stunde, um ihre Farm zu verlassen. Die Farmen sind riesig, kilometerlang die Zäune und die schwarzen Arbeiter lebten und arbeiteten dort mit ihren Familien. Sie hatten zu essen, es gab Schulen und Ärzte, doch jetzt sind Millionen auf der Strasse ohne irgendetwas. Hinzu kommt die rasante Inflation, inzwischen bekommt man auf dem Schwarzmarkt für 1$ 1800 Zim$, vor 4 Monaten waren es noch 450 Zim$.

Für uns ist das natürlich das reinste Schlaraffenland, denn alles ist so spottbillig. Wir können reiten gehen, golfen, im Casino Roulett spielen, in feinsten Restaurants essen wo auch schon Lady Di einst dinierte, tanken für 6 Cents und Vorräte einkaufen für die Weiterfahrt. In Kariba waren wir 3 Tage auf einem Hausboot unterwegs und haben 3 stolze Löwinnen beobachtet. Es war auf einer Insel, Natur pur und um uns die Krokodile, Hippos, Elefanten und eben Löwen. 1 Tag lang fuhren wir Wasserski auf dem Karibasee und als die Krokodile von einer Farm auf die andere umgesiedelt wurden, waren wir in der ersten Reihe und durften beim Abladen auf dem Krokrücken die Rampe herunterrutschen, wobei wir das Maul zuhalten mussten. Wahnsinn !!!!!!

Es hat seine 2 Seiten hier, extremer als je zuvor und es ist uns ein Rätsel, wie die Menschen das alles dulden und ertragen und nicht auf die Barrikaden gehen. Es gibt keinen Zucker, kein Mehl und kein Brot mehr und es sind riesige Schlangen vor den Ausgabestellen der rationierten Nahrungsmittel. Für die, die keine harte Währung haben, kostet ein Brot 3$, das nur als Beispiel.

Wir haben nun noch 2 Wochen bis zur Sonnenfinsternis in Botswana, am 4.12. wollen wir die totale Sonnenfinsternis erleben.

 
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